Freitag, April 21, 2006

Schräger Vogel live im Fernsehen: Ist nichts mehr unmöglich?

Liebe Leserin, Lieber Leser (sofern es dich gibt),
heute habe ich einen schönen Abend im Kreise meiner Freunde verbracht. Es war .. wunderschön. Aber irgendwie kann ich dem nichts Gutes abgewinnen. Kennst du das, wenn man auf einer Party oder einem "Sit-In" fröhlich umzingelt ist von Freunden und Menschen, die deine Liebe und Zuneigung haben; man hat viel Spass und Freude, unterhält sich angeregt und hat einen schönen Abend. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem man sich selbst auf der Party sieht, vor dem geistigen Auge, man schaut sich selbst dabei zu, wie man sich verhält, was man tut und erkennt, dass man absolut lächerlich ist?! Ich sehe mich wie einen schrägen Vogel im Fernsehen: Das Programm läuft in meinem Kopf.
Ich weiß von mir genau, dass ich alles nur spiele, niemand kennt meine wahre Seite, mein wahres Gesicht und auf Partys, bei Unterhaltungen lege ich mir Masken auf. Ich gaukle vor fröhlich zu sein, Spass zu haben; mache Witze. Aber im Grunde entlarve ich mich als Lügner. Fühle mich schuldig, dass ich alle nur täusche. Oft wird mir bewusst, dass ich all diese Menschen gar nicht mag, keiner mich versteht. Ich bin trotzdem allein.
Ab diesem Zeitpunkt, ab der Stelle an der ich merke, dass ich lüge, ist der Abend für mich gelaufen. Ich ziehe mich zurück. In eine dunkele Ecke, starre stundenlang auf eine Stelle, nippe an meinem Glas, sehne mich nach meinen vier Wänden, nach meiner eigenen Welt. Ich will meine Ruhe haben. Am liebsten beobachte ich die Menschen nur. Aber ständig kommt jemand an, fragt, ob "alles ok ist" oder ob ich mich nicht unterhalten will. Will ich nicht.
Es gab eine Zeit, da habe ich es genossen mit Freunden jeden Abend etwas zu machen, war immer aufgeschlossen, wollte immer Neues erleben. Irgendwann hat sich das geändert, jetzt will ich nur noch, dass mich niemand stört. Ist das nicht komisch? Wie kann das sein?

Zum Schluss ein Zitat einer großartigen deutschen Band:

ich bin nirgends so alleine
wie in einem Raum mit vielen Menschen
eure schrecklich gute Laune macht mich krank


Na, wer weiß, um welche Band es sich handelt?
Falls keiner drauf kommt, die Auflösung gibts morgen, hier, beim Steppenwolf.

Donnerstag, April 20, 2006

"Supercoven!"

Das Leben zieht an mir vorbei. Acht Monate meines jungen Lebens strichen vorüber; nicht, dass die Zeit schnell vorbeigegangen wäre, es war eher so, dass ich nicht wirklich wach war, wie in Trance. Ich war nur beobachter meiner eigenen kleinen Welt, durfte durch das Schlüsselloch hineinblicken in diese düstere Welt, voller Schmerzen und Trauer. Meine Welt.
Ich hab die Bilder gesehen, aber konnte sie nicht greifen. Geschweige denn begreifen. Ein Tag glich dem anderen, immer die selben Muster.
Jetzt, da ich wieder wach bin, kann ich mich nur wundern. Ich bin aufgewacht, 8 1/2 Monate sind rum. Wo trägt mich das Leben noch hin?

"Keep the posts interesting."

Nicht dass ich mich mit sowas aufhalten würde, aber man schaut dann ja doch schon mal nach, ob man nun alles richtig gemacht hat: How To Start A Blog. Besonders lustig fand ich das hier:

"Don't feel bogged down if no one visits your site for the first few months. As with communities this large, it will take some time for your blog to get noticed."

Jetzt muss ich nur noch ein albernes Lied finden, ein ausgefallenes Video oder einen interessanten Artikel! So macht es der Herr johnny von spreeblick.com doch auch immer.
Mal sehen: Außersinnliche Wahrnehmung. Ich fands interessant ;)

Bis später.

Mittwoch, April 19, 2006

myspace - not my space

Herrjee..
Stunden habe ich nun sicher schon - zusammengenommen - damit verbracht mir Profile bei myspace.com anzuschauen. Aber irgendwie ist mir nicht wohl dabei. Es gibt so unfassbar viele Menschen auf dieser Erde, alle verschieden und jeder auf seine Weise besonders. Aber bei myspace ist einfach jeder unglaublich "hipp". Alle halten sie sich für unglaublich aufregende Menschen, sind künstlerisch veranlagt oder verkaufen sich als introvertierte Mysterien, die häppchenweise ihr Wissen, verpackt in kleine rhetorische Meisterwerke mit trivial-literaisch Nachgeschmack, ihren gierigen Lesern in den Rachen werfen.
Verkaufen können muss man sich - das ist es. Ich kann mich nicht gut verkaufen, daher bin ich auch hier gelandet, wo ich nicht nach Kriterien bewertet werde, die völlig überflüssig sind: Wie viele Freunde hat jemand, wie "aufregend" sind die Fotos der Person, usw. Ich mag es nicht, bewertet zu werden, auf Grund einiger Bilder im Internet. Ich möchte verstanden werden und das kann nur, wer sich mit mir und meinen Aussagen auseinander setzt. Aber wann versteht ein Mensch schon mal einen anderen?

Bei myspace.com und diesen tausend anderen Diensten geht man doch völlig unter! Nicht dass das beim bloggen viel anders wäre, aber hier kann ich doch viel individueller sein. Kann gestalten, verlinken, interessanten Artikel posten, usw. Und auch wenn es hier noch sehr karg aussieht, möchte ich in naher Zukunft auch selbst gemachte Fotos, Bilder von Arbeiten, Musik und Lyrik hier mit einfließen lassen. Alles mit dem Ziel, einem interessierten Leser etwas bieten zu können, nicht um die Aufmerksamkeit auf mich, die Person hinter diesem Blog zu lenken.

So long.

...she's got eyes like Zapruder, and a mouth like heroin...

Zu groß.
Oder bin ich zu klein.
Jetzt bin ich drin - wohl oder übel.

Die Welt.